In meiner langjährigen Arbeit mit Kindern verschiedenen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft durfte ich wertvolle Einblicke in ihre Psyche nehmen und Zeugin wahrer Wunder werden: ganz schüchterne kleine Kinder hauen plötzlich fest auf eine Trommel; wilde, aggressive Kinder kuscheln sich auf einmal an mich, und wollen Baby sein, stumme Kinder fangen an zu singen, Kinder, die mich mit den Händen wegschieben, mich boxen und mich beschimpfen, klammern sich an mir fest, geben mir ein Küsschen, setzen sich auf meinen Schoß. Manches Mal konnte ich diese Wandlungen bei den Kindern selbst nicht fassen.
Solche Wunder können aber geschehen, wenn Kinder sich in ihrer Realität (Gesamtheit aller Gefühle und Wahrnehmungen in diesem Moment) geliebt und angenommen fühlen. Dazu braucht es einen geschützten Raum ohne jede Bewertung und ohne jeden Druck (alles ist möglich). Die Begrenzung des Raumes bilden die wichtigsten Regeln des menschlichen Zusammenlebens, vor allem, dass keiner dem anderen wehtut und dass keiner den anderen auslacht. Das schafft Vertrauen und erlaubt ehrliche Öffnung. Die Kinder vergessen Zwänge, lassen ihre Gefühle fließen, gehen aus sich heraus und zeigen alles, was sie können.





